So funktioniert es

Die Rechtslage

Das Grundprinzip der Critical Mass basiert auf dem § 27 Abs. 1 der StVO:

(1) Für geschlossene Verbände gelten die für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen sinngemäß. Mehr als 15 Rad Fahrende dürfen einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Kinder- und Jugendgruppen zu Fuß müssen, soweit möglich, die Gehwege benutzen.

Als geschlossener Verband verhalten wir uns wie ein Fahrzeug und dürfen:

  • alle zusammen die Ampel überqueren, auch wenn diese zwischendurch auf Rot schaltet.
  • zu zweit nebeneinander fahren.
  • auf der Straße fahren, auch wenn daneben ein als benutzungspflichtig ausgeschilderter Radweg verläuft.

Unser Selbstverständnis

Wir blockieren nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr.

Wir sind keine Demonstration und auch kein wütender Protestzug. Im Gegenteil: Wir sind einfach nur ein paar Leute, die sich einmal im Monat aus Spaß am gemeinsamen Radfahren treffen. Und ganz nebenbei fordern wir unseren Anteil an der Straße zurück.

Vor der Critical Mass

Es ist gut, wenn sich die Teilnehmer ein paar Minuten vor der ausgemachten Zeit treffen, damit ein paar Dinge vorab besprochen werden können. So ist es sinnvoll, zumindest eine ungefähre erste Route zu vereinbaren, damit gerade neue TeilnehmerInnen wissen, was gleich passiert. Außerdem sollten sich zwei bis drei TeilnehmerInnen bereit erklären, voraus zu fahren. Auf diese Vorausfahrenden kommt eine gewisse Verantwortung zu, denn sie sollten einerseits die zu befahrene Strecke, aber auch die Verkehrsregeln kennen. (Rechtzeitig einordnen, Handzeichen geben usw.)

Die Strecke muss aber nicht detailliert geplant werden. Manchmal ändert sich die Verkehrsführung wegen eingerichteter Baustellen oder Veranstaltungen. Dann sollten die Vorausfahrenden entsprechend schnell reagieren können.

Deswegen: Kommunikation ist alles.

Eure Fahrräder sollten der StVZO entsprechen, also mit entsprechender Beleuchtung, Reflektoren, funktionierenden Bremsen etc. ausgestattet sein, und zwar aus folgenden Gründen:

  • Zu eurer eigenen Sicherheit: Wir wollen alle heile wieder zu Hause ankommen und passen aufeinander auf.
  • Für mehr Akzeptanz bei anderen Verkehrsteilnehmern: Wir wollen positiv auffallen und unseren Platz im Verkehr mit Recht einfordern.
  • Es wäre sehr schade, wenn bei einer Kontrolle durch die Polizei Räder von der Critical Mass ausgeschlossen würden und wir somit unter die Grenze von 16 Fahrzeugen fallen. Dann ist die Critical Mass nämlich vorbei.

Während der Critical Mass

Das Wichtigste für alle sollte die Sicherheit und der Spaß an der Sache sein. Und das erreichen wir am besten, indem wir uns immer wieder unterwegs absprechen, was als nächstes geschehen soll.

Ansonsten halten wir uns einfach an folgende Punkte:

  • Wir bleiben immer in unserer Spur und fahren nicht in den Gegenverkehr.
  • Die Vorausfahrenden fahren so langsam, dass alle Teilnehmer problemlos mitkommen und die Masse zusammenbleibt. (Im Zweifelsfall erinnert sie zwischendurch einfach mal daran.)
  • Wir schleichen aber nicht absichtlich langsam, dass sich Autofahrer provoziert fühlen.
  • Einsatzwagen mit Blaulicht werden immer sofort durchgelassen.
  • Wenn unterwegs Fotos gemacht werden sollen, ist es hilfreich, wenn das eine Person machen kann, die sich zwischendurch immer mal absetzt, um eine geeignete Position einzunehmen.
  • Wir fahren nicht über den Bürgersteig.

Erfahrungsgemäß sind uns die meisten AutofahrerInnen freundlich eingestellt, auch wenn sie mal etwas warten müssen. Seid nett zu ihnen, lächelt sie an und winkt ihnen zu. Vielleicht machen sie ja beim nächsten Mal mit. Falls es ungeduldige Kfz-FahrerInnen geben sollte, die uns bedrängen: Erklärt ihnen bitte mit einem freundlichen Lächeln, was gerade passiert und bedankt euch dafür, dass sie sich eine Minute gedulden, um niemanden zu gefährden.

Nach der Critical Mass

Damit wir so viele Menschen wie möglich erreichen, brauchen wir natürlich auch etwas Öffentlichkeitsarbeit. Es wäre daher schön, wenn sich hinterher alle nochmal zu einem Gruppenfoto zusammenfinden können, aber wer nicht abgebildet werden möchte, muss das selbstverständlich auch nicht.

Noch etwas: Man gewöhnt sich recht schnell daran, mitten auf der Straße unterwegs zu sein. Denkt daran, wenn ihr nach Hause fahrt, dass ihr möglicherweise wieder den Radweg benutzen müsst.

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